TIPPS FÜR MIETER
Von der Suche nach der richtigen Wohnung über den Mietvertrag bis hin zur Betriebskostenabrechnung – Mieter müssen einiges beachten. Welche Rechte und Pflichten sie haben, erfahren Mieter hier.
Nachwuchs, ein neuer Job in einer anderen Stadt oder die erste eigene Wohnung – für einen Umzug kann es viele Gründe geben.
Und so verschieden die Gründe sind, so unterschiedlich sind auch die Ansprüche an ein neues Heim. Wie viele Zimmer und wie viel Platz Mieter brauchen, sollten sie sich vor der eigentlichen Wohnungssuche genau überlegen. Doch auch andere Aspekte wie etwa die Lage, die Größe und die Frage, ob man sich die Wunschwohnung überhaupt leisten kann, spielen dabei eine Rolle. Hier wird Schritt für Schritt erklärt, wie Mieter die optimale Wohnung für sich finden. Außerdem gibt es Rechtstipps für die zentralen Fragen rund um Mietvertrag, Kaution, Schönheitsreparaturen – und Streit mit dem Vermieter.
7 Tipps zur Wohnungssuche
Tipp 1: Gute Vorbereitung
Tipps zur Wohnungssuche kursieren reichlich. Bevor es aber richtig losgeht, sollten sich Suchende gut vorbereiten. Wir helfen dabei – mit folgenden Antworten auf Fragen zur Wohnungssuche:
Wann sollte ich mit der Wohnungssuche beginnen?
Grundsätzlich sollten Mieter mindestens drei bis vier Monate vor dem geplanten Umzug mit der Suche beginnen. So können sie unnötigen Zeitdruck vermeiden, weil die alte Wohnung beispielsweise bereits gekündigt ist.
Wann ist die beste Zeit für die Wohnungssuche?
Die meisten Familien mit schulpflichtigen Kindern wollen im Sommer umziehen. Entsprechend findet die Wohnungssuche im Frühjahr statt. Für Suchende ohne schulpflichtige Kinder wäre also der Winter die beste Zeit für die Wohnungssuche, da die Konkurrenz in dieser Jahreszeit geringer ist.
Wie hoch ist mein Budget für eine neue Wohnung?
Jetzt geht es ans Rechnen und um eine ganz entscheidende bei der Wohnungssuche Frage: Wie viel Miete kann ich mir eigentlich monatlich leisten?
Wie sieht der Wohnungsmarkt in meiner Stadt aus?
Das Budget ist klar – doch was bekomme ich eigentlich dafür? Der Wohnungsmarkt hat sich in den letzten Jahren in vielen Gegenden Deutschlands stark verändert: In den Metropolen sind Wohnungsmangel, hohe Mietpreise und große Konkurrenz an der Tagesordnung – entsprechend sind die Mietpreise stark gestiegen.
Welche Wohnungstypen gibt es?
Das günstige 1-Zimmer-Apartment oder das teure Penthouse über den Dächern Münchens – Wohnungstypen gibt es viele. Wir haben alle gängigen Wohnungen im Überblick:
- Ein Apartment ist oft eine 1-Zimmer-Wohnung mit Kochnische – ähnlich einer Einliegerwohnung. Aber auch durchschnittlich große, moderne Wohnungen mit gehobener Ausstattung werden als Apartment bezeichnet.
- Die Einliegerwohnung ist eine zusätzliche Wohnung in einer Immobilie, die gegenüber der Hauptwohnung untergeordnet ist, oft einen separaten Eingang hat und sich im Souterrain oder Dachgeschoss befindet.
- Eine Altbauwohnung befindet sich in Gebäuden, die vor 1949 gebaut wurden. Typisch für Altbauwohnungen sind große, hohe Zimmer mit Fenstern, die viel Tageslicht hereinlassen.
- Streng genommen gelten alle Wohnungen, die ab 1949 entstanden sind, als Neubauwohnung. Im Gesetz zur Mietpreisbremse sind Neubauwohnungen aber beispielsweise alle Wohnungen, die nach dem 1. Oktober 2014 erstmals genutzt oder vermietet wurden.
- Als Etagenwohnung werden alle Wohnungen eines Mehrfamilienhauses ab dem ersten Obergeschoss bezeichnet.
- Ein Loft zeichnet sich meist durch sehr großzügigen, vor allem offenen Wohnraum aus und bezeichnet ursprünglich eine zur Wohnung umgebaute Lage- oder Industriehalle.
- Die Maisonettewohnung erstreckt sich über mindestens zwei Geschosse eines Gebäudes – meist mit dem Dachgeschoss.
- Das Penthouse ist in der Regel eine luxuriöse, teure Wohnung im obersten Stock eines Gebäudes mit Dachterrasse.
- Die Souterrainwohnung befindet sich Keller- oder Untergeschoss eines Gebäudes.
- Eine Studentenwohnung ist meist günstig, da keinen sehr hohen Standard hat und wird oft von einer WG genutzt.
Wo soll sich die neue Wohnung befinden?
Haben sich Wohnungssuchende für einen oder mehrere Wohnungstypen entschieden, geht es um die Lage der Wohnung:
- Land, Vorstadt, Innenstadt: Sollte die Wohnung ruhig gelegen sein oder mittendrin?
- Für Familien: Sollten sich Kindergarten, Schule, Sport- und Spielplatz in der Nähe der Wohnung befinden?
- Ist es wichtig, dass sich in der Nähe der Wohnung Restaurants, Apotheken, Supermärkte befinden?
- Wie weit sollte die Wohnung vom Arbeitsplatz entfernt sein?
- Sollte die Wohnung mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein?
- Flughafen, Hauptverkehrsstraße, Strommast, Landwirtschaft: Was sollte sich – auch aus gesundheitlichen Gründen – nicht in unmittelbarer Nähe zur Wohnung befinden?
Wie soll die Wohnung ausgestattet sein?
Sind die Prioritäten in Sachen Lage der Wohnung geklärt, sollten sich Wohnungssuchende überlegen, was ihnen bei der Ausstattung wichtig ist:
- Wie viele Zimmer sollte die neue Wohnung mindestens haben?
- Muss die Wohnung einen Balkon, einen Garten oder eine Terrasse haben?
- Ist ein Tageslichtbad und ein Gäste-WC wichtig?
- Sollte die Wohnung bereits möbliert sein?
- Sollte sich eine Einbauküche in der Wohnung befinden?
- Außerdem: Sind Keller, Pkw-Stellplatz und Garage wichtig?
Tipp 2: Kompromisse machen
Gerade in Ballungszentren gilt als einer der wichtigsten Tipps zur Wohnungssuche: Mieter sollten sich darauf einstellen, ihre Erwartungen herunterschrauben zu müssen und bereit sein, Kompromisse einzugehen.
Suchkriterien hinterfragen
Vielleicht hat die angebotene Wohnung kein Tageslichtbad, kann dafür aber mit einem kleinen Balkon und Nähe zum Arbeitsplatz punkten. Wer ein wenig flexibel ist, kann schneller fündig werden.
In anderen Stadtteilen suchen
Muss es unbedingt das hippe Szeneviertel sein? Schon der Blick in den benachbarten Stadtteil kann das ein oder andere Schnäppchen auf dem Wohnungsmarkt hervorbringen – und das gesparte Geld in neue Möbel fließen.
Tipp 3: Immobilienportale nutzen
Sind alle Vorbereitungen getroffen, kann die Suche starten. Die einfachste Möglichkeit, ein umfangreiches Angebot an Wohnungsangeboten zu erkunden, ist heute die Suche in Immobilienportalen wie immowelt, immoscout, quoka. Hier lassen sich in der Suchmaske zahlreiche Einschränkungen eingeben: Zum Beispiel Stadtteil, Mietpreis, Quadratmeterzahl, aber auch gewünschte Ausstattungsmerkmale wie Balkon, Keller oder Stellplatz.
Suchauftrag anlegen:
Statt tagtäglich alle Kanäle nach neuen Wohnungsangeboten abzugrasen, können Suchende auch selbst aktiv werden und einen Suchauftrag bei Immobilienportalen anlegen oder Makler beauftragen. Einfach Suchkriterien eingeben und per Bescheid bekommen, wenn es passende Wohnungen gibt.
Mehrere Kanäle nutzen
Neben der Suche auf Immobilienportalen gibt es zusätzliche noch weitere Möglichkeiten, um eine an eine neue Wohnung zu kommen:
- Wohnungssuchende können Social Media Kanäle wie Facebook und Instagram nutzen und dort ihr Wohnungsgesuch posten.
- Ganz altmodisch können Suchende über Mund-zu-Mund-Propaganda ihr Wohnungsgesuch bei Freunden und Bekannten verbreiten.
- Wo renoviert wird, könnte eine Wohnung frei werden. Also gilt: Augen offenhalten und einfach mal die Handwerker ansprechen.
- In einer Wohnungseigentümergemeinschaft kümmert sich die Hausverwaltung um die Nachmietersuche. Für Wohnungssuchende kann es sich also lohnen, Hausverwaltungen in einer Stadt zu kontaktieren.
Tipp 4: Richtige Kontaktaufnahme
Irgendwann passiert es: Die entdeckte Wohnung klingt vielversprechend, noch dazu ist die Lage ideal und der Preis stimmt. Ob die Wohnung den Vorstellungen auch in der Realität entspricht, wollen Suchende daher direkt vor Ort überprüfen.
Um einen Besichtigungstermin für die mögliche Traumimmobilie zu ergattern, müssen Interessenten mit Vermietern oder Maklern in Kontakt treten. Punkten kann jeder, der bereits bei der ersten Anfrage die wichtigsten Informationen mitliefert.
Tipp 5: Beim Besichtigungstermin punkten
Nach erfolgreicher Kontaktaufnahme kommt der Termin zur Besichtigung der Traumwohnung. Wenn Wohnungssuchende die Räumlichkeiten dann betreten, kann sie schon einmal der Schock treffen: Zum Beispiel, wenn gleich mehrere Interessenten bereits durch die Zimmer schlendern und versuchen, den Vermieter zu beeindrucken. Doch keine Sorge, wer gut vorbereitet zum Termin erscheint, braucht die Konkurrenz nicht zu fürchten und kann sich gegenüber den Mitbewerbern abheben:
- Pünktlichkeit, ein gepflegten Äußeres sowie ordentliche Kleidung gelten als selbstverständlich.
- Das oberste Gebot bei der Besichtigung ist ein Mindestmaß an Höflichkeit und Anstand.
- Wer eine Frage an den Vermieter stellt, sollte zudem die Wohnungsanzeige gut gelesen haben.
Bewerbermappe erstellen:
Was definitiv hilft, ist ein Ass im Ärmel zu haben: Beliebt bei Vermietern und Maklern ist die sogenannte Bewerbermappe, die in kompakter Form Unterlagen wie einen Steckbrief, ein Motivationsschreiben, eine Selbstauskunft, eine Schufa-Auskunft und letzte Gehaltsabrechnungen enthält. Die Bewerbermappe ist zwar freiwillig, symbolisiert jedoch bereits bei der Besichtigung ernsthaftes Interesse und kann so die Chancen auf einen Zuschlag erhöhen.
Tipp 6: Auf Fragen einstellen
Während der Besichtigung kommen Suchende in direkten Kontakt mit dem Vermieter. „Ziehen Sie alleine ein?“, „Was arbeiten Sie?“, „Haben Sie ein Haustier?“ Als Interessent sollte man damit rechnen, vom Vermieter ausgefragt zu werden. Gute Vorbereitung kann hier Abhilfe schaffen.
Tipp 7: Mietvertrag prüfen
Die passende Wohnung ist gefunden und der Vermieter überzeugt. Nur noch schnell den Mietvertrag unterzeichnen und dann kann es endlich losgehen. Doch Vorsicht vor einer voreiligen Unterschrift. Der Mietvertrag sollte in jedem Fall gründlich überprüft werden, denn nicht selten verstecken sich in den Zeilen unwirksame Klauseln. Meist steckt allerdings lediglich ein veralteter Mustervordruck dahinter, der einfach ersetzt werden kann.
Im Zweifelsfall kann es dennoch nicht schaden, den Mietvertrag gegen eine kleine Gebühr vom Fachmann überprüfen zu lassen. Sind alle Fragen geklärt, kann bedenkenlos die Unterschrift gesetzt werden und einem angenehmen Mietverhältnis steht nichts mehr im Wege.